Johann Amos Comenius

Johann Amos Comenius (deutsch auch Komenius, lateinisch Iohannes Amos Comenius * 28. März 1592
in Nivnice, Mähren; † 15. November 1670 in Amsterdam) war ein Philosoph, Pädagoge und evangelischer Theologe in der Markgrafschaft Mähren. Er war Bischof der Böhmischen Brüder.

Biografie

1592

März: Geburt Jan Komenskys in Nivnice im östlichen Mähren

1611 – 1614

Studium in Herborn (Westerwald) und in Heidelberg

1616

Ordination zum Priester der reformierten Bruderunität

1618

Gemeindepfarrer und Schulleiter in Fulnek

1627

Vertreibung aus Böhmen. Auswanderung nach Lissa (Leszno) in Polen

1632

Bischof der Böhmischen Brüder (im Exil) und Leiter ihres Schulwesens

1633 – 1638

Große Didaktik (Didactica Magna)

1641 – 1642

Aufenthalte in London, Holland und Schweden

1642

Begegnung mit René Descartes

1653 – 1654

Die sichtbare Welt in Bildern (Orbis Pictus)

1656 – 1670

Leben in Amsterdam

1670

November: Tod in Amsterdam

Pädagogik

Im Mittelpunkt der Pädagogik von Johann Amos Comenius steht eine christlich humanistische Lebensgestaltung. Die drei philosophischen Grundprinzipien von Comenius lauten:
„Omnes, Omnia, Omnino“: „allen Menschen alle Dinge“

Dies bedeutet, den Lehrstoff nach den Prinzipien der Lehrbarkeit zu ordnen:

  • vom Naheliegenden zum Fernen
  • vom Grundlegenden zu den Einzelheiten
  • von der Handlung über das Bild zu den Symbolen
Omnes, Omnia, Omnino — Allen Menschen alle Dinge der Welt in grundlegender Weise beibringen.
Pampaedia, Leitgedanke

Unterricht

Für Comenius gab es eine effektive Form des Unterrichts: in allem, auch dem einfachsten Erkennen, die Anfänge der Wissenschaften zu sehen, indem man

  • Muttersprache als Basis des Unterrichts
  • Enge Beziehung von Handlung, Bild und Wort im Lernprozess
  • Anordnung des Lehrstoffs nach den Grundsätzen der Lernbarkeit
  • Einteilung der Schüler in Lerngruppen und Stufung der Schule und des Lehrplans