Schulgarten

Unser 80 m² kleiner Schulgarten liegt als grüne Oase mitten in der Innenstadt von Aachen. Bereits 2019 begannen wir im Rahmen von Projekttagen Wildbienennisthilfen zu bauen und den Schwerpunkt von „konventionellem Gemüseanbau“ in Richtung Arten- und Biotopvielfalt zu verschieben.

Die COVID 19 Pandemie führte uns dann 2020/21 eindringlich vor Augen, dass bestehende Konzepte überdacht und angepasst werden müssen. 15 Monate Wechsel zwischen Präsenz-/Distanz- und Wechselunterricht, machten die konventionellen Pflegearbeiten unmöglich. Daher entschlossen wir uns, die Wildbienenförderung und die Gestaltung unterschiedlicher Lebensräume stärker in den Fokus zu rücken. Die Arbeiten fanden (und finden weiterhin) in den Biologie/Biologie-Chemie-Wahlpflichtkursen statt und sind integraler Bestandteil des Unterrichtes. Die laufenden Arbeiten, Gestaltung neuer, artenreicher Lebensräume wurden und werden dokumentiert und 2021 in einem Online-Wettbewerb der Stiftung für Mensch und Umwelt – Deutschland summt, wir tun was für Bienen – präsentiert: Auf Anhieb gelang uns bei diesem deutschlandweiten Wettbewerb unter Konkurrenz 43 beteiligter Schulen der Platz 1.

Hier geht’s zum Originalbeitrag im Wettbewerb mit einem Video:
Unser Schulgarten soll die Vielfalt fördern! | Bundesweiter Pflanzwettbewerb – Wir tun was für Bienen!

Wer hat mitgemacht (und macht weiter mit)?

Am hier u.a. dargestellten Wettbewerb (Schuljahr 2020/21) arbeiteten die Schüler:innen der Biologie Wahlpflichtkurse der Klassen 8-10 an weiteren Wildbienennisthilfen und der Gestaltung des Schulgartens. Das ganze Schuljahr dieses handlungsorientierten Unterrichts stand in Absprache mit den Schülern unter dem Motto „Wildbienenförderung“! So wurde im Präsenzunterricht zunächst an Wildbienennisthilfen gearbeitet, unterbrochen von Distanzunterricht. In diesen Phasen recherchierten die Schüler und fertigten Projektmappen an, in welchen sie genau den Bau ihrer Wildbienennisthilfe dokumentierten. Zusätzliche Themen wie Fortpflanzung, Nahrungsgrundlage sowie Gefährdungen der Wildbienen (am Beispiel der Roten Mauerbiene) wurden gewissenhaft recherchiert und im Kurs (2 Unterrichtsstunden pro Woche) vorgestellt und besprochen. Sobald die Wildbienennisthilfen im Schulgarten aufgestellt waren, ging es an die Umgestaltung der Schulgartenflächen und die Aussaat einheimischen Saatgutes. Es wurden verschiedene Naturmodule angelegt (Lebensräume mit unterschiedlichen Angeboten/Beschaffenheiten), ein Sandarium, ein Magerbeet und ein Käferkeller. Wann immer möglich wurde coronakonform an diesem Projekt im Freien gearbeitet. Als Resultat haben wir nun ein grünes Klassenzimmer, das alle Schüler:innen von Klasse 5 bis Q2 zum „Entdecken und Forschen“ einlädt.

Was motiviert uns?

Unsere Schüler:innen waren besonders bei den gestalterischen, handlungsorientierten Stunden motiviert. Sie selber haben etwas Nachhaltiges geschaffen, altes upgecycled und das Ergebnis ihrer Arbeit war unmittelbar sichtbar! Tatsächlich Lebensraum zu schaffen, eine Zunahme der Artenvielfalt zu sehen und auch die Anerkennung der anderen, nicht beteiligten Schüler:innen, das war ein nicht so alltäglicher Unterricht!

Wie geht es weiter?

Bildung ist der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung und kaum ein Bildungsbereich ist so gut geeignet lebendiges Lernen zu ermöglichen wie das Arbeiten in einem Schulgarten.
Die Motivation zum Weiterlernen wird durch erlebnis- und situationsorientierte, altersspezifische Angebote geweckt.

  • Z.B. werden Vogelfütterungsstellen gebaut. Hierbei ist der Kreativität der Schüler:innen keine Grenze gesetzt:
  • Nach gewissenhafter Recherche werden Modelle aus PET-Flaschen, aus Holz oder per 3D-Drucker gebaut.
  • Per Erklärvideo sollen die Schüler:innen den Bau ihrer Fütterungsstation dokumentieren und anderen Schüler:innen präsentieren.
  • In anderen Klassen dient der Schulgarten dazu, ein Herbarium anzulegen usw.

In diesem Sinne soll der Schulgarten und seine weitere Gestaltung genutzt werden. Beobachtungen am lebenden Objekt, Unterricht im grünen Klassenzimmer, Dokumentation und Präsentation der Arbeiten führen zum Ziel: der jährlichen Teilnahme am Wettbewerb „Deutschland summt“ und die Förderung der Vielfalt sowohl auf der Arten- als auch auf der Biotop-Ebene.